Bekämpfung der Rosskastanienminiermotte - aktueller Forschungsstand |
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ArbeitsgruppentreffenAm 9.April 2002 fand das traditionelle Kastanienminiermotten-Arbeitsgruppen-Treffen unter dem Vorsitz von Christa Lethmayer (BFL-Wien) in Wien statt. Hier die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse: Robert Grill (Stadtgartenamt Graz) präsentierte einen Vergleich der verschiedenen Kastanien-(Aesculus)-Arten, die in Mitteleuropa angepflanzt wurden und werden, hinsichtlich der Befallsdisposition für die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella). Dabei zeigte sich, dass die amerikanischen Rosskastanienartenrten, egal ob rot- oder weißblühend, keinen Befall aufweisen, sofern sie nicht mit der bei uns meist angepflanzten Aesculus hippocastanum gekreuzt oder auf ihr veredelt wurden. Von den asiatischen Arten wird eigentlich auch nur Aesculus turbinata = Japanische Rosskastanie, welche zur selben Sektion wie Aesculus hippocastanum gehört, in geringer Intensität und erst von den Motten der 2. und 3. Generation befallen. Die von Andreas Pfister (Landesforstdienst Steiermark), Alfred Steindl (Stadtgartenamt Wien) und Christa Lethmayer durchgeführten Experimente mit dem neu entwickelten Sexuallockstoff zeigten noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Die Ursachen dafür sind:
Das ausschließliche Abfangen von männlichen Faltern mittels Sexualpheromonfallen ist bei Kleinschmetterlingsarten mit extrem hohen Populationszahlen kaum durchführbar. Es wäre daher unbedingt notwendig, auch Weibchen z.B. mittels Parapheromonen (Duftstoffe, die der Baum abgibt und auf das die Weibchen reagieren, siehe auch Artikel "Pheromone") anzulocken und abzufangen. Giselher Grabenweger (Universität f. Bodenkultur, Wien) erwähnte in seiner Präsentation über das Auftreten von natürlichen Parasiten, dass zwar in der Literatur bereits 43 Arten veröffentlicht wurden, tatsächlich aber nur 12 Arten durch Minensektion bestätigt wurden. Die wichtigsten Schlupfwespenarten kommen im gesamten, derzeit bekannten Verbreitungsgebiet vor, jedoch in unterschiedlicher Verteilung. Die Ursachen für die geringe populationsreduzierende Wirkung der Parasiten sind:
Vorschläge für zukünftige Forschungstätigkeiten:
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