Das Eschentriebsterben |
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Bilder: Thomas Kirisits, IFFF-BOKU |
In den 90-iger Jahren wurden erste Krankheitssymptome an Eschen in Nordeuropa und wenige Jahre später in Mitteleuropa beobachtet, seit dem Jahr 2006 tritt die Krankheit auch in Österreich massiv auf. Das Phänomen weist hinsichtlich Häufigkeit und Befallsausmaß am Baum eine große Bandbreite auf, die vom Absterben einzelner Triebe bis zum Dürrwerden von Kronenteilen und dem derzeit noch seltenen gänzlichen Absterben vorwiegend jüngerer Eschen reicht.
SymptomeErste Symptome sind ein „Einziehen“ der Krone, ähnlich dem Schadbild massiver Wurzelschäden. Feinäste und Schwachäste treiben im Frühjahr nur mehr sporadisch aus, die Blätter welken rasch. Bei näherer Betrachtung dieser Triebe kann man orangerote bis gelbbraune, elliptisch geformte Verfärbungen an der Rinde erkennen, die meist im Bereich abgestorbener Seitenzweige zuerst auftreten. Die Verfärbung zieht sich bis in das Splintholz hinein. An den Blattstielen, aber auch an den Mittelrippen von Eschenblättern sind ebenfalls braune Nekrosen erkennbar. PilzkrankheitAls Verursacher des Eschentriebsterbens wurde ein Pilz namens Chalara fraxinea neu beschrieben, der aber, wie sich später herausstellte, nur die ungeschlechtliche Form eines längst bekannten Schlauchpilzes Hymenoscyphus albidus (Weißes Stengelbecherchen) ist. Die Infektion von Eschenblättern und -trieben erfolgt überwiegend im Sommer und Frühherbst durch die geschlechtlichen Sporen des Weißen Stengelbecherchens. Betroffene BaumartenPrinzipiell sind alle Eschenarten gefährdet, doch scheint die Europäische Esche (Fraxinus excelsior) besonders anfällig gegenüber dieser Krankheit zu sein. Es zeigt sich auch, dass besonders jüngere, schlecht mit Wasser versorgte Bäume empfindlich reagieren. Ausblick und EmpfehlungenDie weitere Entwicklung des Eschentriebsterbens ist derzeit noch nicht abschätzbar. Ergebnisse von derzeit laufenden umfangreichen Untersuchungen müssen abgewartet werden. Bei frühen Befallstadien können betroffene Eschen noch „gesund geschnitten“ werden. Aus diesem Grund ist jedenfalls eine regelmäßige Kontrolle der Eschen hinsichtlich Befallssymptomen unumgänglich.Da sich die Krankheit aber über Sporen von am Boden liegenden, infizierten Blättern ausbreitet, scheint das regelmäßige und rechtzeitige Entfernen des Falllaubes vor dem Entstehen der Fruchtkörper des Weißen Stengelbecherchens sinnvoll. Weiters sollte zumindest vorläufig auf Neupflanzungen mit der Baumart Eschen verzichtet werden.
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